Die Magie des Liners: groß, größer, am größten
Liner bilden die absolute Oberklasse der Wohnmobilwelt. Ein Liner ist groß, hoch, schwer, man braucht einen C-Führerschein dafür und kann nicht überall damit hinfahren. Was ist dann die Magie eines solchen überdimensionierten Super-Wohnmobils? CampersCaravans findet es für Sie heraus.
„Liner“ bilden eine eigene Kategorie unter den Wohnmobilen. Es handelt sich fast ausnahmslos um integrierte Wohnmobile mit einem Gewicht von bis zu 20 Tonnen, aber es gibt auch überdimensionierte Alkovenmobile, wie von Concorde und Frankia. Bei den integrierten Wohnmobilen denken Sie an Marken wie Morelo, Concorde, Niesmann+Bischoff, Carthago und Phoenix. Aber es geht noch verrückter, mit Vario Mobil, Volkner, die nur auf Bestellung gebaut werden, mit einem Preisschild von anderthalb Millionen Euro oder mehr. Warum sollte man sich für einen solchen Mastodon entscheiden?
Auf Bestellung
Luxus und Komfort – damit werben die meisten Wohnmobilhersteller. Dennoch stoßen die meisten Wohnmobile an eine maximal zulässige Masse von 3.500 Kilo. Wer lange unterwegs sein möchte, für den sind 500-600 Kilo Zuladung eher knapp bemessen. Wer sich für Freiheit ohne Kompromisse entscheidet, landet in der Überklasse der Wohnmobile: dem Liner, exklusive Reisemobile mit einer Länge von 8 bis sogar 12 Metern, wie der 26 Tonnen schwere Vario Mobil Signature 1200, der auf Wunsch mit bis zu drei Slide-Outs ausgestattet werden kann. Der Preis? Ab 1,4 Millionen Euro, je nach Ausstattung.

Und diese Ausstattung bestimmen Sie ganz allein, denn ein Vario Mobil wird ausschließlich auf Bestellung gebaut, genau so, wie es der neue Eigentümer wünscht. Bescheidener ist da das Jubiläumsmodell von Frankia, der „1960“, mit einer Länge von 8,03 Metern und einem Preis von knapp 200.000 Euro. Aber auch Carthago, Hymer und Knaus mischen im Liner-Segment mit. Solche Reisemobile sind selbstverständlich mit großzügigen Bädern mit separater Dusche und Toilette, einer geräumigen Küche und einer Kingsize-Sitzecke ausgestattet: manchmal traditionell im vorderen Bereich des Wohnmobils, aber immer häufiger sehen wir eine komfortable Rundsitzlounge im Heck und breite, extralange Hubbetten über dem Fahrerhaus. Wie im Carthago liner-for-two, dem Dethleffs ALPA und bei den „Plus“-Grundrissen von Frankia.
Fahrende Hotelsuiten
Zurück zur Frage, warum man einen Liner haben sollte – ein solches Reisemobil fährt sich natürlich anders als ein kompakter Kastenwagen. Er ist größer, höher und vor allem schwerer. Doch daran gewöhnt man sich in der Praxis schnell: Nach ein paar Stunden Fahrt weiß man es schon nicht mehr anders. Besonders wenn das Fahrzeug mit aktiver Luftfederung ausgestattet ist, denn dann merkt man kaum einen Unterschied zu einem kleineren Wohnmobil. Manövrieren ist immer noch eine Sache, aber dabei hilft das 360-Grad-„Bird View“-Kamerasystem: Vier winzige Kameras an beiden Seitenwänden, vorne und hinten werden softwaremäßig auf einem Monitor zusammengeführt, so dass es aussieht, als würde man mit einem Hubschrauber über dem Wohnmobil schweben. Jeder Pfosten, jede Mauer, jeder Baum oder jedes Verkehrsschild ist sichtbar, und das macht das Rückwärtseinparken selbst mit einem zwölf Meter langen Wohnmobil zum Kinderspiel.

Der große Vorteil des Liners ist, dass man nirgendwo Abstriche beim Komfort machen muss: Es sind geräumige Hotelsuiten für Menschen, die viel, oft und lange unterwegs sind. Denken Sie an die Fahrer und die Crew im Formel-1-Rennzirkus. Dort sieht man viele Liner rund um die Paddocks. Auch im Spitzensegment des Radsports und in der Pferdewelt ist der Liner kein Unbekannter. Viele Liner werden auch von (ehemaligen) Unternehmern gekauft, die ihre Schäfchen im Trockenen haben und lange unterwegs sein wollen. Viele auf Bestellung gebaute Liner werden daher mit einer Bürofunktion ausgestattet. Solche Einrichtungen sehen wir übrigens auch ab Werk in den sogenannten Bar-Grundrissen, wie im Niesmann+Bischoff Flair 880 BE, dem Frankia Titan 890 GD-B und dem Carthago liner-for-two.
Monate unterwegs
Für Menschen, die viel und lange unterwegs sein wollen, ist die Zuladung ein wichtiges Argument. Schließlich schleppt man mehr Dinge mit, wenn man 6 Monate statt 6 Wochen unterwegs ist. Fahrräder, Motorrad, Roller oder sogar ein kleines Auto für Einkäufe: All das kann in einem Liner mitgenommen werden, bis hin zum Porsche, der hydraulisch aus dem Bauch eines solchen Super-Wohnmobils gleitet.

Unabhängigkeit ist ein weiteres Argument, weshalb in den großen Modellen problemlos 400 bis sogar 960 Liter Trinkwasser mitgenommen werden können – mehr als genug, um mit zwei Personen wochenlang duschen zu können, ohne ständig Wasser nachfüllen zu müssen. Liner sind darüber hinaus fast ausnahmslos auch in Bezug auf den Strom autark. Auf dem Dach ist reichlich Platz für eine Wiese voller Solarpaneele, und viele Liner sind mit beeindruckenden Lithium-Akkubänken ausgestattet, die einen langen Aufenthalt ohne Stromanschluss garantieren.
Liner trifft man übrigens selten auf Campingplätzen an, obwohl es Freizeitparks gibt, die sich auf diese Nische spezialisiert haben, mit XXL-Stellplätzen, wie das Lanterna Premium Camping Resort in Kroatien und Camping Sexten in Norditalien. Und darüber hinaus gibt es eine enorme Anzahl von Wohnmobilstellplätzen für „die großen Jungs“ – eine nützliche Website dafür ist www.landyachting.de – schön zum Träumen
Vor- und Nachteile eines Liners
+/+ Raum und Komfort
+/+ Zuladung
-/- Preis
-/- C1- oder C-Führerschein erforderlich
Beispiele für Liner
Frankia 1960
Motor: Fiat 4-Zylinder 2,3 Liter (117 kW – 160 PS)
Länge: 786 cm
Fahrbereit/maximal: 4.440 kg – 5.500 kg
Preis ab 167.500 €
Mehr Informationen: www.frankia.com

Carthago liner-for-two I 53
Motor: Fiat 4-Zylinder 2,3 Liter (104 kW – 140 PS)
Länge: 783 cm
Fahrbereit/maximal: 3.700 kg – 4.500 (4.800) kg
Preis ab 142.000 €
Mehr Informationen: www.carthago.com

Phoenix M.A.N. Top-X
Motor: M.A.N. 6-Zylinder 6,9 Liter (213 kW – 290 PS)
Länge: 10.600 cm
Fahrbereit/maximal: 9.360 kg – 11.990 kg
Preis ab 344.300 €
Mehr Informationen: www.phoenix-reisemobile.de

Concorde Centurion 1160 GSI
Motor: Mercedes 6-Zylinder 7,7 Liter (300 kW – 476 PS)
Länge: 11.730 cm
Fahrbereit/maximal: 15.046 kg – 18.000 kg
Preis ca. 800.000 €
Mehr Informationen: www.concorde.eu

Morelo Grand Empire 110 GSO
Motor: Mercedes 6-Zylinder 12,8 Liter (390 kW – 531 PS)
Länge: 11.990 cm
Fahrbereit/maximal: 15.500 kg – 18.000 kg
Preis ab 600.000 €
Mehr Informationen: morelo.nl

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