Luftfederung in Ihrem Wohnmobil: Wie funktioniert das?
Wohnmobile werden beim Beladen stark beansprucht, was wiederum den Bremsweg und das Fahrverhalten beeinflusst. Mit einer Luftfederung in Ihrem Wohnmobil können Sie hier eine deutliche Verbesserung erzielen. Wir erklären Ihnen, wie das funktioniert.
Wohnmobile werden auf Basis von Lieferwagen gebaut. Am deutlichsten sieht man das bei den beliebten Kastenwagen, aber auch Teilintegrierte, Alkovenmobile und Integrierte haben das Fahrgestell eines Standard-Lieferwagens. Meistens ist das von Fiat, Peugeot, Citroën oder Mercedes. An der Federung dieser Lieferwagen ändern die Wohnmobilhersteller nichts; manchmal kann man ab Werk ein Upgrade bestellen, aber meistens fährt man in der Standardkonfiguration eines solchen Lieferwagens.

Maximal belastet
Nichts falsch daran, könnte man meinen, aber unsere Wohnmobile werden viel stärker belastet als ein Lieferwagen des durchschnittlichen Paketdienstes. Bei Wohnmobilen wird ein komplettes 'Haus' auf das Chassis gebaut, mit Küche, Schlafzimmer, Wohnbereich und Bad. Und dann kommen noch die Wassertanks hinzu, plus die technische Ausstattung wie Heizung/Boiler, Kühlschrank und elektrische Installation mit einer zusätzlichen – schweren – Batterie.
Und dann kommt noch ein ganzer Vorrat an Urlaubsgepäck hinzu. In voller Urlaubsbeladung liegen die meisten Wohnmobile nahe an ihrem maximal zulässigen Gewicht: 3.500 Kilo. Dadurch werden die Stoßdämpfer und Blattfedern unserer Wohnmobile Tag für Tag bis zum Maximum belastet.
Das sieht man auch: Fast alle Wohnmobile – und besonders Integrierte – stehen mit der Nase nach vorne und haben dann höchstens noch zwei, drei Finger Federweg übrig. Dadurch kann die Federung bei Unebenheiten oder Schwellen sogar durchschlagen. In extremen Situationen, wie Ausweichmanövern und Notbremsungen, wird das Wohnmobil dadurch weniger gut steuerbar und man kann sogar die Kontrolle über das Fahrzeug verlieren. Der hohe Schwerpunkt des Wohnmobils trägt dann auch nicht wirklich dazu bei. Zusammen ergibt das ein Fahrverhalten, bei dem viel zu verbessern ist. Das merkt man zum Beispiel bei Seitenwind, auf Brücken zum Beispiel, oder wenn man von Reisebussen überholt wird, oder wenn man selbst Lastwagen überholt. Aber man merkt es auch in langen Kurven und an Kreisverkehren: Dann fühlt sich ein solches Wohnmobil oft wackelig und instabil an.

Federung verbessern
An der Standardfederung kann man einiges verbessern. Schwerere Vorderfedern zum Beispiel, oder Zusatzfedern hinten. Das bringt schon eine deutliche Verbesserung. Das bestmögliche Upgrade ist eine Luftfederung wie die von VB-Airsuspension, einem niederländischen Unternehmen, das nicht nur Luftfedersysteme für Wohnmobile entwickelt, sondern zum Beispiel auch für Krankenwagen – denn auch die schleppen einiges an Gewicht mit sich herum.
Luftfederung kann man hinten am Wohnmobil montieren lassen, oder komplett rundum, wobei auch die Vorderfederung ersetzt wird. Das Wohnmobil bekommt auch mehr Federweg vorne und man sieht, dass das Fahrzeug nicht mehr nach vorne geneigt ist, sondern horizontal steht. Durch die Luftfederung wird das Wohnmobil weniger anfällig für Seitenwind, Unebenheiten im Straßenbelag merkt man kaum und das Wohnmobil neigt sich auch viel weniger in Kurven.

Sicher fahren
Wenn Sie unerwartet ausweichen oder bremsen müssen, bleibt das Wohnmobil unter allen Umständen gut steuerbar, auch wenn das Wohnmobil schwer und ungleichmäßig beladen ist. Die Luftfederung gleicht das nämlich aus und hält das Wohnmobil immer auf der gleichen Fahrhöhe – auch wenn Sie einen schweren Roller in der Garage stehen haben. Das zusätzliche Gewicht gleicht der Kompressor mit zusätzlichem Druck aus, sodass Ihr Wohnmobil immer perfekt horizontal steht.
Eine zusätzliche Funktion der Luftfederung ist, dass Sie das Wohnmobil damit auch nivellieren können. Durch eine eingebaute Wasserwaage nivelliert die Luftfederung Ihr Wohnmobil perfekt horizontal. Eine weitere praktische Funktion ist, wenn Sie den Abwassertank entleeren müssen. Mit einem Knopf auf der Fernbedienung lassen Sie das Wohnmobil kippen, sodass der Wassertank bis zum letzten Tropfen entleert wird.

Was kostet das?
Luftfederung ist nicht billig – rechnen Sie mit über 9.000 Euro für ein komplettes System an Vorder- und Hinterachse. Eine günstigere Option sind unterstützende Schraubenfedern an der Hinterachse und verstärkte Vorderfedern; das ist bereits eine enorme Verbesserung des Fahrverhaltens und kostet etwa 1500 Euro. Dieses System kann mit der Luft-Zusatzfederung erweitert werden, die die Hinterseite des Wohnmobils konstant auf der gleichen Fahrhöhe hält. Praktisch bei schwerer Beladung – wie einem Roller. Bei VB heißt das 'Semi-Air' und dann kommen noch etwa tausend Euro hinzu.
Hersteller von Luftfederungen
VB Airsuspension – www.vbairsuspension.com
ALKO – www.alko-tech.com/nl
Goldschmidt – www.goldschmitt.de
MAD – www.mad-suspensionsystems.com/nl
Carsupport – www.carsupport.nl
Suchen Sie noch einen Camper?
Auf unserer Website finden Sie eine große und aktuelle Auswahl an neuen und gebrauchten Wohnmobilen. Sehen Sie sich hier das Angebot an. Noch mehr interessante Campingtipps sehen Sie hier.