EV Camper: der e-Fixxter in der Praxis
Recharge your battery ist der Spin-off unter dem Logo von EV Camper. Das ist eine doppelte Wahrheit. Mit einem elektrischen Fixxter Camper laden Sie tatsächlich ganz entspannt Ihre Batterie auf. Dass der e-Peugeot das ebenfalls nötig hat, gehört zum neuen Fahren. Wie das mit einem Camper ist, der keinen Diesel mag, soll der e-Fixxter, den wir mitbekommen, zeigen.
EV-Camper ist eine Initiative von Audrey und Rutger, die 100% elektrische Camper für eine ebenso sorglose wie nachhaltige Reise vermieten. Seit 2020 findet diese Aktivität statt, entstanden aus dem Wunsch, die Wohnmobilvermietung, wie sie war, in die heutige Zeit zu überführen. Innovation spielt dabei natürlich die Hauptrolle. Mit dem e-Fixxter war EV Camperverhuur einer der ersten, der diesen elektrischen Camper zur Vermietung einsetzte. Später in diesem Jahr wird dieser Trick mit der Einführung des XBus wiederholt, wodurch sechs EV Camper mit einem Fahrer unterwegs sein werden, der höchstwahrscheinlich überzeugt ist. Elektrisches Fahren hat nicht nur die Zukunft, es macht auch Spaß.

Peugeot e-Fixxter
Auf Basis des Peugeot Expert entstand in den Niederlanden der Fixxter. Das Schlafdach, die Innenausstattung und die technische Installation sind holländischer Bauart. Die Karosserie wird von VDL in Born campertauglich gemacht und die Einrichtung von Camperfix. Das Interieur des Fixxter XXL besteht aus einem Schrank, einer kompakten Pantry mit zwei Induktionskochfeldern, einem ausziehbaren Tisch, einer RDW-zugelassenen Schlafbank und einer beträchtlichen Anzahl von Stauräumen. Das Interieur der XXL-Ausführung hat mehr Schrankraum, eine größere Küche und einen größeren Kühlschrank als die normale Ausführung.

Schlafdach
Die Schlafbank ist verschiebbar, aber ohne Schienen auf dem Boden. Das patentierte System verwandelt sich in eine Schlafbank mit einer Breite von 120 cm. Durch eine Verbreiterungsmatratze im Schrank und in der Küche beträgt die Gesamtbreite des Bettes großzügige 135 cm. In dieser Camperklasse sind 112,5 cm üblich. Die Länge des Bettes beträgt 200 cm und kann auf 210 cm erweitert werden.
Auch sehr schön ist, dass das Bett völlig eben ist. Keine vorgeformten Lendenwirbelstützen, die beim Liegen stören. Die Bedienung erfordert jedoch etwas Gewöhnung. Es nimmt auch etwas vom Gepäckraum weg, aber dafür bekommt man einen ebenen Boden ohne Schienen. Im Schlafdach kann außerdem ein zweites Doppelbett realisiert werden. Aber ohne Kinder wird man dies eher als Dachboden oder, hochgeklappt, für eine ordentliche Stehhöhe nutzen. Eine weitere schöne Möglichkeit ist es, das Tuch abzureißen, wodurch ein Cabrio oder eine eigene Dachterrasse entsteht.

Voll elektrisch
100% elektrisch war der Ausgangspunkt, daher erfolgt das Kochen oder Heizen über die Batterie oder das Stromnetz. Eine große Fläche Solarpaneele liegt auf dem Aufstelldach, und es ist eine extra große Haushaltsbatterie von 200 Ah an Bord. Ein Porta-Potti hat in einem speziell dafür angefertigten Schrank Platz gefunden. Drei Tage Camping ohne weitere Einrichtungen stellen kein Problem dar.
Wichtig bei jedem Elektroauto ist natürlich die Reichweite. Mit Interieur, Insassen und etwas Gepäck sind das etwa 250 km. Ein großes Akkupaket von 75 kW ist dafür verantwortlich. Unter dem Boden sorgt dies für einen niedrigen Schwerpunkt und eine gute Straßenlage. Das Aufladen der Batterien kann über eine normale Steckdose, zum Beispiel auf dem Campingplatz, erfolgen, aber das dauert etwas lange.
Das Laden an einer öffentlichen Schnellladestation ist eine andere Geschichte. Davon gibt es heutzutage etwa 185.000 in Europa, und hier dauert ein E-Tankvorgang nur eine halbe Stunde. Dann sind die Batterien zu 80% voll und man kann weitere 200 km fahren. Für einen gestressten Kurier ist das nicht so angenehm, aber in der Funktion als Camper kommt es eigentlich ganz gut an. Alle 200 km eine halbe Stunde Pause zu machen, ist keine Strafe. Es wirkt eher entschleunigend und passt gut zum Charakter eines Wohnmobils.

Auch das Fahren mit diesem E-Bus beruhigt. Dominierend auf dem Armaturenbrett ist ein Econometer, der dazu führt, dass man lieber nicht zu schnell fährt, weil dann sehr schnell Kilometer von der Reichweite abgezogen werden. Auch die Temperatur spielt eine Rolle. Im Winter gehen bei 0 Grad etwa 10% der Kapazität verloren. Abgesehen von der Reichweite, die bei einem Diesel dreimal größer ist, gibt es keine Unterschiede in der Nutzung und im Fahrverhalten.
Der e-Fixxter fährt ungefähr genauso wie ein Expert mit einem 1.5 HDI, der 100 PS leistet. Ein Ampelsprinter ist er nun auch wieder nicht, aber mit dem Verkehr mitzuhalten ist nie ein Problem. Die Höchstgeschwindigkeit liegt über 130 km/h. Natürlich fällt die Stille auf. Ein moderner Diesel macht nicht so viel Lärm, aber man hört sie. Dieser Dröhnen fehlt beim e-Fixxter, was bleibt, ist das Geräusch der Reifen auf dem Asphalt.
Die Ausstattung, die EV Camper mitgibt, ist komplett für vier Personen. Zusätzlich können Sie noch ein paar nette Extras dazubuchen, wie zum Beispiel einen Segway-Ninebot Kickscooter Max G30. Damit sind Sie mobil für ein paar Einkäufe. Er hat eine Reichweite von bis zu 65 km und erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h. Standardmäßig sind außerdem eine Markise und Gartenmöbel vorhanden, auch an eine Decke für unter die Markise wurde gedacht.

XBus
Im Laufe dieses Jahres erweitert EV Camper sein Angebot um ein auffallend neues elektrisches Design. Der XBus ist ein modulares Fahrzeug, das für den Personentransport oder als Nutzfahrzeug eingesetzt werden kann. Eine Camperversion wurde ebenfalls hinzugefügt. Das Modulare besteht darin, den Aufbau zu wechseln, so dass ein Camper einfach in beispielsweise einen Pick-up umgewandelt werden kann. Auch die Reichweite kann mit zusätzlichen Batteriemodulen fast beliebig erweitert werden.

Der XBus als Camper kommt mit einer 30-kWh-Batterie, gut für etwa 600 Kilometer Reichweite. Mit Solarpaneelen auf dem Dach lädt er sich selbst auf. An einem sonnigen Tag bringt das 200 Kilometer kostenlosen Strom für Sie ein. Bei kurzen Etappen ergibt das eine Kraftstoffrechnung, die 0 anzeigt, der Traum jedes fossilen Fahrers.
Der XBus treibt standardmäßig vier Räder mit 75 PS an, aber noch wichtiger ist das Drehmoment von über 1.000 Nm, das immer verfügbar ist. Die Höchstgeschwindigkeit liegt über 100 km/h. Angesichts der Abmessungen ist schneller nicht nötig. Das Aufladen dauert etwa drei Stunden. Schnellladen entlang der Autobahn ist (noch) nicht möglich. Aber mit 600 km Reichweite ist das überwindbar.

Slide-out
Das Interieur ist neben dem VW T2-ähnlichen Aussehen auch äußerst auffällig. Auf einer Länge von weniger als 4m wurde dasselbe realisiert wie in jedem anderen kompakten Buscamper. Das Dach fährt senkrecht nach oben für Stehhöhe im Inneren. Und an der Rückseite sorgt ein großer Slide-out für ein geräumiges Bett. Auch ein Kühlschrank, TV, Kochfeld, Wassertank und Spüle sind vorhanden. Fahren mit dem XBus ist wie mit meinem ersten Tesla. Ein großer Bildschirm auf der Mittelkonsole und einige Knöpfe am Lenkrad halten es schlank und übersichtlich.
Kompakter Komfort
Der e-Fixxter und der XBus bilden ein interessantes Paar im Angebot von EV Camper. Abgesehen von der Reichweite unterscheidet sich der e-Fixxter in Aussehen und Nutzung nicht von der gleichen Basis mit Verbrennungsmotor. Es ist jedoch sichtbar, dass diese Basis nicht von Grund auf für einen elektrischen Antrieb konzipiert wurde. Wo früher der Diesel unter einer Haube saß, sind jetzt die Systeme für den neuen Antrieb platziert. Das passt alles gut, aber es gibt dadurch auch Raum, der weniger effizient genutzt wird. Beim XBus ist das nicht der Fall, wodurch mehr Camper auf noch kompakteren Außenmaßen realisiert werden können.

EV Camper hat neben der Ideologie, mit nachhaltigen Campingfahrzeugen die Vermietung von Wohnmobilen umweltfreundlicher zu gestalten, noch einen guten Grund, elektrische Wohnmobile zu vermieten. Die Wartungskosten sind niedrig und ein schlechter Fahrer kann beispielsweise keinen kalten Diesel überlasten oder ein Getriebe misshandeln. Mit nur wenigen beweglichen Teilen kann auch nur wenig kaputtgehen, was sich mit dem e-Fixxter bereits bewiesen hat. Aber obwohl elektrisches Fahren überhaupt nicht neu ist, gilt das für die Anwendung als Camper schon. Der Fixxter ist der erste serienmäßig gebaute elektrische Camper. Um selbst einmal zu erleben, wie sich ein solches Campingfahrzeug verhält, ist Mieten eine Lösung. Ab 80 € pro Tag finden Sie das heraus, mit einer guten Chance, dass Ihr erster oder nächster eigener Camper emissionsfrei in die Umweltzone fahren darf.
Für weitere Informationen: ev-camper.eu