Veröffentlicht am: 26-05-2022 Geschrieben von: Redaktion Lesezeit: 8 Minuten
EV Camper: der e-Fixxter in der Praxis

EV Camper: der e-Fixxter in der Praxis

Recharge your battery ist der Spin-off unter dem Logo von EV Camper. Das ist eine doppelte Wahrheit. Mit einem elektrischen Fixxter Camper laden Sie tatsächlich ganz entspannt Ihre Batterie auf. Dass der e-Peugeot das ebenfalls nötig hat, gehört zum neuen Fahren. Wie das mit einem Camper ist, der keinen Diesel mag, darf der e-Fixxter, den wir mitbekommen, zeigen.

EV-Camper ist eine Initiative von Audrey und Rutger, die 100% elektrische Camper für eine ebenso sorglose wie nachhaltige Reise vermieten. Seit 2020 findet diese Aktivität statt, entstanden aus dem Wunsch, die Campervermietung, wie sie war, in die Gegenwart zu überführen. Innovation spielt dabei natürlich die Hauptrolle. Mit dem e-Fixxter war EV Campervermietung einer der ersten, der diesen elektrischen Camper zur Vermietung einsetzte. Später in diesem Jahr wird dieser Trick mit der Einführung des XBus wiederholt, wodurch sechs EV Camper mit einem Fahrer unterwegs sein werden, der höchstwahrscheinlich überzeugt ist. Elektrisches Fahren hat nicht nur die Zukunft, es macht auch Spaß.

EV Camper

Peugeot e-Fixxter

Auf Basis des Peugeot Expert ist in den Niederlanden der Fixxter entstanden. Das Schlafdach, die Innenausstattung und die technische Installation sind holländischer Machart. Die Karosserie wird von VDL in Born campertauglich gemacht und die Einrichtung von Camperfix. Das Interieur des Fixxter XXL besteht aus einem Schrank, einer kompakten Pantry mit zwei Induktionskochfeldern, einem ausziehbaren Tisch, einer RDW-zugelassenen Schlafbank und einer beträchtlichen Anzahl von Stauräumen. Das Interieur der XXL-Ausführung hat mehr Schrankraum, eine größere Küche und einen größeren Kühlschrank als die normale Ausführung.

EV Camper

Schlafdach

Die Schlafbank ist verschiebbar, aber ohne Schienen auf dem Boden. Das patentierte System verwandelt sich in eine Schlafbank mit einer Breite von 120 cm. Durch eine Verbreiterungsmatratze im Schrank und in der Küche beträgt die Gesamtbreite des Bettes großzügige 135 cm. In dieser Camperklasse sind 112,5 cm üblich. Die Länge des Bettes beträgt 200 cm und kann auf 210 cm erweitert werden.

Sehr schön ist auch, dass das Bett völlig eben ist. Keine vorgeformten Lendenwirbelstützen, die beim Liegen stören. Die Bedienung erfordert jedoch etwas Gewöhnung. Sie nimmt auch etwas vom Gepäckraum weg, aber dafür bekommt man einen ebenen Boden ohne Schienen zurück. Im Schlafdach kann außerdem ein zweites Doppelbett realisiert werden. Aber ohne Kinder wird man dies eher als Dachboden oder, hochgeklappt, für eine ordentliche Stehhöhe nutzen. Eine weitere schöne Möglichkeit ist es, das Tuch abzureißen, wodurch ein Cabrio oder die eigene Dachterrasse entsteht.

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Voll elektrisch

100% elektrisch war der Ausgangspunkt, daher erfolgt das Kochen oder Heizen über die Batterie oder das Stromnetz. Eine große Fläche von Solarmodulen liegt auf dem Hubdach, und es ist eine extra große Haushaltsbatterie von 200 Ah an Bord. Eine Porta-Potti hat in einem speziell dafür angefertigten Schrank Platz gefunden. Drei Tage Camping ohne weitere Einrichtungen stellen kein Problem dar.

Wichtig bei jedem Elektroauto ist natürlich die Reichweite. Mit Interieur, Insassen und etwas Gepäck sind das etwa 250 km. Dafür ist ein großes 75-kW-Batteriepaket verantwortlich. Unter dem Boden sorgt dies für einen niedrigen Schwerpunkt und eine gute Straßenlage. Das Aufladen der Batterien ist über eine normale Steckdose, zum Beispiel auf dem Campingplatz, möglich, dauert aber etwas länger.

Das Laden an einer öffentlichen Schnellladestation ist eine andere Geschichte. Davon gibt es heutzutage etwa 185.000 in Europa, und hier dauert ein E-Tankvorgang nur eine halbe Stunde. Dann sind die Batterien zu 80 % voll und man kann weitere 200 km fahren. Für einen gestressten Kurier ist das nicht so angenehm, aber für die Funktion als Wohnmobil ist es eigentlich ganz praktisch. Alle 200 km eine halbe Stunde Pause zu machen, ist keine Strafe. Es wirkt eher entschleunigend und passt gut zum Charakter eines Wohnmobils.

EV Camper

Auch das Fahren mit diesem E-Bus beruhigt. Dominierend auf dem Armaturenbrett ist ein Econometer, das dazu führt, dass man lieber nicht zu schnell fährt, da sonst sehr schnell Kilometer von der Reichweite abgezogen werden. Auch die Temperatur spielt eine Rolle. Im Winter gehen bei 0 Grad etwa 10 % der Kapazität verloren. Abgesehen von der Reichweite, die bei einem Diesel dreimal größer ist, gibt es keine Unterschiede in der Nutzung und im Fahrverhalten.

Der e-Fixxter fährt sich ungefähr wie ein Expert mit einem 1.5 HDI, der 100 PS leistet. Ein Ampelsprinter ist er nun auch wieder nicht, aber im Verkehr mitzuhalten ist nie ein Problem. Die Höchstgeschwindigkeit liegt über 130 km/h. Natürlich fällt die Stille auf. Ein moderner Diesel macht nicht so viel Lärm, aber man hört sie. Dieses Dröhnen fehlt beim e-Fixxter, was bleibt, ist das Geräusch der Reifen auf dem Asphalt.

Die Ausstattung, die EV Camper mitliefert, ist komplett für vier Personen. Zusätzlich können Sie noch ein paar nette Extras buchen, wie zum Beispiel einen Segway-Ninebot Kickscooter Max G30. Damit sind Sie mobil für ein paar Einkäufe. Er hat eine Reichweite von bis zu 65 km und erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h. Standardmäßig sind außerdem eine Markise und Gartenmöbel vorhanden, auch an eine Decke für unter die Markise wurde gedacht.

EV Camper

XBus

Im Laufe dieses Jahres erweitert EV Camper sein Angebot um ein auffälliges neues Elektrodesign. Der XBus ist ein modulares Busfahrzeug, das für den Personentransport oder als Nutzfahrzeug eingesetzt werden kann. Eine Camper-Version wurde ebenfalls hinzugefügt. Das Modulare besteht darin, den Aufbau zu wechseln, so dass ein Camper einfach in beispielsweise einen Pick-up umgewandelt werden kann. Auch die Reichweite kann mit zusätzlichen Batteriemodulen fast beliebig groß gemacht werden.

xbus

Der XBus als Camper kommt mit einer 30-kWh-Batterie, gut für etwa 600 Kilometer Reichweite. Mit Solarpaneelen auf dem Dach lädt er sich selbst auf. An einem sonnigen Tag bringt das 200 Kilometer kostenlosen Strom für Sie ein. Bei kurzen Etappen ergibt das eine Kraftstoffrechnung, die bei 0 steht, der Traum jedes fossilen Fahrers.

Der XBus treibt standardmäßig vier Räder mit 75 PS an, aber noch wichtiger ist das Drehmoment von satten 1.000 Nm, das immer verfügbar ist. Die Höchstgeschwindigkeit liegt über 100 km/h. Angesichts der Größe ist schneller nicht nötig. Das Aufladen dauert etwa drei Stunden. Schnellladen entlang der Autobahn ist (noch) nicht möglich. Aber mit 600 km Reichweite ist das zu verschmerzen.

xbus

Slide-out

Das Interieur ist neben dem VW T2-ähnlichen Erscheinungsbild auch äußerst auffällig. Auf einer Länge von weniger als 4 m wurde dasselbe realisiert wie in jedem anderen kompakten Buscamper. Das Dach fährt senkrecht nach oben für Stehhöhe im Inneren. Und am Heck sorgt ein großer Slide-out für ein geräumiges Bett. Auch ein Kühlschrank, TV, Kochfeld, Wassertank und Spüle sind vorhanden. Fahren mit dem XBus ist wie mit meinem ersten Tesla. Ein großer Bildschirm auf der Mittelkonsole und einige Tasten am Lenkrad halten es schlank und übersichtlich.

Kompakter Komfort

Der e-Fixxter und der XBus bilden ein interessantes Paar im Angebot von EV Camper. Abgesehen von der Reichweite unterscheidet sich der e-Fixxter in Aussehen und Nutzung nicht von der gleichen Basis mit Verbrennungsmotor. Es ist jedoch sichtbar, dass diese Basis nicht von Grund auf für einen Elektroantrieb konzipiert wurde. Wo früher der Diesel unter einer Haube saß, sind jetzt die Systeme für den neuen Antrieb untergebracht. Das passt alles gut, aber es gibt dadurch auch Raum, der weniger effizient genutzt wird. Beim XBus ist das nicht der Fall, wodurch mehr Camper auf noch kompakteren Außenmaßen realisiert werden können.

ev camper

EV Camper hat neben der Ideologie, mit nachhaltigen Campingfahrzeugen die Vermietung von Wohnmobilen umweltfreundlicher zu gestalten, noch einen weiteren guten Grund, Elektro-Wohnmobile zu vermieten. Die Wartungskosten sind niedrig und ein schlechter Fahrer kann beispielsweise keinen kalten Diesel überlasten oder ein Getriebe misshandeln. Mit nur wenigen beweglichen Teilen kann auch nur wenig kaputtgehen, was sich beim e-Fixxter bereits bewiesen hat. Doch obwohl elektrisches Fahren überhaupt nicht neu ist, gilt das für die Anwendung als Wohnmobil schon. Der Fixxter ist der erste serienmäßig gebaute elektrische Camper. Um selbst einmal zu erfahren, wie sich ein solches Campingfahrzeug verhält, ist Mieten eine Lösung. Ab 80 € pro Tag finden Sie das heraus, mit einer guten Chance, dass Ihr erster oder nächster eigener Camper emissionsfrei in die Umweltzone fahren darf.

Für weitere Informationen: ev-camper.eu

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