VAN-Jorn CHARGE: der erste elektrische Full-Size-Buscamper
Die niederländische Wohnmobilmarke VAN-Jorn hat kürzlich den ersten brauchbaren elektrischen Full-Size-Buscamper auf den Markt gebracht. Der Neuling trägt den Namen CHARGE und basiert auf dem e-Boxer von Peugeot. Diese zweite Generation des Elektro-Transporters der Muttergesellschaft Stellantis bietet erstmals eine Reichweite, Nutzlast und einen Preis, die für Camper von Nutzen sind. VAN-Jorn perfektioniert ihn, indem er ihn zu einem Camper mit leichtem Interieur nach einem einzigartigen Konzept macht.
Peugeot e-Boxer
Am Äußeren hat sich mit der Einführung des neuen e-Boxer nicht viel geändert. Die Frontstoßstange hat ein anderes Design, und das war's eigentlich auch schon. Es bleibt der Transporter, der seit einiger Zeit unter den verschiedenen Markennamen von Stellantis verkauft wird. Hinter dem Lenkrad gibt es jedoch zahlreiche Änderungen. Die Sitzposition wurde komplett neu gestaltet und mit der neuesten Generation von Fahrassistenzsystemen ausgestattet. Die Fahreigenschaften sind ansonsten mit der Dieselversion vergleichbar, insbesondere in den Bergen erweist sich der elektrische Antriebsstrang anderen Antriebssträngen überlegen. Natürlich fehlt das Dieselbrummen beim Beschleunigen, und man hat aus dem Stand sofort viel Drehmoment zur Verfügung. Aber einmal in Fahrt sind es die Reifen und das Windgeräusch, die Geräusche machen.


Reichweite
Die 110-kWh-Batterie des neuen Boxer reicht für eine Reichweite von 420 km (WLTP). In der Praxis liegt man etwas darunter, aber ca. 380 km sind immer noch eine schöne Tagestour zum nächsten Campingplatz. (Praktische Reichweite (mit Camperaufbau) 350 km. Ladegeschwindigkeit 150 kW) Mit den neuen 4250 kg für den B-Führerschein ist auch die Nutzlast kein Problem mehr. Für eine längere Fahrt kann mit einem 150-kW-Schnelllader das Akkupaket in 55 Minuten auf 80 % geladen werden. Zuhause oder auf dem Campingplatz laden ist natürlich auch möglich, selbst mit 6A Landstrom bekommt man die Batterie wieder voll. Das dauert natürlich viel länger, aber was macht das schon, wenn man gemütlich schläft.
Gewicht
Ein Elektroauto wiegt etwas mehr als eine fossile Version, und das gilt auch für einen Lieferwagen. Der e-Boxer hat daher etwa 500 kg weniger Nutzlast als die Dieselversion. Wenn man dort ein zu schwer gebautes Camper-Interieur einbaut, wird man es mit einem B-Führerschein nicht schaffen. Dieses Argument hat jedoch nicht so viel Gewicht, da eine Regelung in Vorbereitung ist, die das maximale B-Führerschein-Gewicht auf 4250 kg anhebt. Leichtbau bleibt jedoch durchaus interessant, da die Kfz-Steuer nach dem Gewicht berechnet wird. Dabei entfällt der Vierteltarif im Jahr 2026 und wird durch einen Halbtarif ersetzt. Diese Verdoppelung der Kfz-Steuer für Wohnmobile bedeutet, dass jede 100 kg weniger pro Quartal etwa 20 € an Staatskasse spart.
VAN-Jorn
In Groningen entstehen schöne Dinge. VAN-Jorn ist es gelungen, auf Basis des e-Boxers einen B-Führerschein-Camper zu entwickeln, der auch preislich nicht aus dem Rahmen fällt. VAN-Jorn Camper werden von einem Team von rund 20 Männern und Frauen gebaut, die eine frische Sicht auf die Camper-Industrie in die Praxis umsetzen. Initiator des Unternehmens ist Jorn Hofman, der 2018 ein einzigartiges Innenraumkonzept auf den Markt gebracht hat. Die Basis hierfür ist ein Schienensystem, an dem verschiedene Module befestigt werden. Dies ermöglicht die Serienfertigung, was sowohl dem Preis als auch der Qualität zugutekommt. Man könnte es aber auch als Maßanfertigung bezeichnen. Die Auswahl an verschiedenen Modulen ist nämlich riesig und die Module selbst können auch noch angepasst werden. Module passen wir nicht an. Aber mit mehr als 40 Modulen, 60 Zubehörteilen und über 100 Farben für Böden/Module/Stoffe können Sie Ihren Camper wirklich einzigartig und zu Ihrem eigenen machen. Der Endpreis des CHARGE im Vergleich zu einem Dieselbus (ergänzt um alle Optionen, die standardmäßig in einem E-Boxer vorhanden sind, denken Sie an ein Automatikgetriebe / Fahrassistenzsysteme usw.) ist nahezu gleich. Einen VAN-Jorn Camper stellen Sie mit einem Konfigurator online zusammen, wobei transparent gemacht wird, was Ihre Wahl mit dem Preis und dem Gewicht macht.

Fast die gesamte Produktion der Möbel und anderer Teile erfolgt im eigenen Haus, so dass es an Flexibilität nicht mangelt. Und doch geht ein leerer Bus auf das Fließband, um über verschiedene Stationen mit Verkabelung, Technik, Isolierung, Polsterung und Möbeln ausgestattet zu werden. Mit dieser effizienten Arbeitsweise rollen etwa 2 Exemplare pro Woche aus der Produktion, die in Aufteilung und Farbgebung ganz nach den spezifischen Wünschen des Kunden gebaut werden.
Das Endergebnis zeigt in allen möglichen Variationen eine Mischung aus Design, Ergonomie und Sichtlinien, die den Raum offen halten. Eine bis ins Detail stimmige Verarbeitung macht es dann zu etwas ausgesprochen Schönem. Dies gilt übrigens nicht nur für den CHARGE. Obwohl Peugeot mehr oder weniger die Hausmarke ist, kann ein Sprinter genauso gut in einen VAN-Jorn Camper verwandelt werden.

Sie können auch Ihren eigenen gebrauchten Dieselbus umbauen lassen. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit Nefkens, wodurch ein neues Exemplar, sowohl Diesel als auch Elektro, ab Lager lieferbar ist. Der Preis des VAN-Jorn CHARGE auf Basis des neuen Peugeot e-Boxer beginnt bei 90.000 € und unterscheidet sich kaum vom Preis eines Diesels, für den die volle BPM gezahlt werden muss.

Mit der Einführung des CHARGE ist der Begriff Zukunftsmusik nicht mehr zutreffend. Elektrisches Camping ist das nicht mehr. Wenn Sie mit einem Buscamper überall fahren können wollen, ist dies die Alternative zu einem Dieselbus, mit dem das nicht mehr möglich ist. „Mit dem elektrischen CHARGE zeigen wir, dass ein Buscamper überhaupt kein Diesel mehr sein muss. Der Elektrobus ist interessant in Bezug auf Preis, Reichweite, Fahrkomfort und Ausstattung. Dieses Busmodell wird jetzt viel selbstverständlicher in die Überlegung einbezogen“, so Jorn Hofman.
Weitere Informationen: www.vanjorn.com