Pössl Summit Plus 600: preisgekrönter Kastenwagen
Kastenwagen sind beliebt. In Deutschland gehen sie weg wie warme Semmeln und auch in den Niederlanden steigen die Verkaufszahlen stark an. Auf diesen Seiten schauen wir uns den Pössl Summit Plus 600 an: vom ANWB zum „Camper des Jahres“ und vom NKC zum „Reisemobil des Jahres“ in der Kategorie Kastenwagen gekürt.
Kompakt, handlich und doch alles an Bord. Für einen Campingurlaub, für ein Wochenende oder für Familienbesuche am anderen Ende des Landes: Nach einem Abend mit Drinks steigt man einfach ins eigene Bett, auf der Einfahrt. Aufgrund der explodierenden Nachfrage eröffnete der Kastenwagenhersteller Pössl im vergangenen Jahr sogar eine eigene Fabrik; ein besonderer Schritt für die Marke, die ihre Reisemobile bisher bei anderen Herstellern, hauptsächlich bei Dethleffs, produzieren ließ. In der neuen Fabrik – in Vielbrunn – läuft die komplett neue Summit-Serie vom Band.

Exterieur des Pössl
Wir schauen uns den Pössl Summit Plus 600 mit Querbett an – von diesem Modell ist auch ein 640 mit Einzelbetten in Längsrichtung erhältlich. Der Citroën Jumper ist das Basisfahrzeug dieses Kastenwagens. Bei der Motorisierung wurde der 2,0-Liter-Motor gewählt, der stattliche 160 PS leistet. Um die Emissionsanforderungen zu erfüllen, wird die AdBlue-Technik eingesetzt: eine Flüssigkeit, die man also ab und zu nachfüllen muss. Der Citroën ist nur als Schaltgetriebe erhältlich – ein Automatikgetriebe wird nicht angeboten. Serienmäßig ist das Fahrzeug mit ABS, ESP und – Hut ab! – zwei Airbags ausgestattet: bei den meisten Marken ist der zweite Airbag seltsamerweise eine Option.
Zur Serienausstattung gehören außerdem 16-Zoll-Aluminiumfelgen, getönte Seitz-Einbaufenster mit stufenlos verstellbaren Kombirollos (Verdunkelung plus Insektenschutzgitter) und ein breiter Einstieg an der Schiebetür auf der rechten Seite. Optional kann man die Schiebetür elektrisch betätigen lassen, wodurch die Tür geräuschlos öffnet und schließt – das ist nämlich der Nachteil der manuell betätigten Tür, die erst nach einem kräftigen Schlag schließt. Der breite Einstieg an dieser Schiebetür ist wiederum Teil der umfangreichen Serienausstattung. Die Fahrzeuge sind in verschiedenen Farben erhältlich.

Wohnen, essen, schlafen
Der Einstieg in den Summit ist einfach: durch die 70 cm breite Stufe, aber auch durch die abgerundete Küchenzeile. Die Möbel – mit abgerundeten Ecken – sind in Holzfarben gehalten; die Schrankklappen haben kontrastierende Farben, die dem Interieur ein modernes Aussehen verleihen. Die höhenverstellbaren Sitze im Fahrerhaus drehen sich zum Wohnbereich und bilden zusammen mit der Dinettebank eine Sitzgruppe für vier Personen.
Die Küche ist mit einer Spüle und einem Kochfeld mit zwei Gasbrennern ausgestattet. Es steht viel Arbeitsfläche zur Verfügung und außerdem kann man viele Kleinigkeiten in den drei Schubladen und dem halbrunden Eckschrank verstauen. Ein Absorberkühlschrank von Dometic mit einem Fassungsvermögen von 90 Litern ist eingebaut. Der Mittelteil des Querbettes ist hochklappbar, so dass man Fahrräder oder einen Roller im Mittelgang abstellen kann – mit den Zurrösen im Boden kann man alles gut sichern.
Eine weitere Besonderheit unter dem Bett ist der Kleiderschrank auf der rechten Seite, der nach einem Druck auf die Kleiderstange hochfährt – allerdings muss zuerst ein Matratzenteil entfernt werden. In den Deckenfächern über dem Bett können andere Kleidung und zum Beispiel Handtücher verstaut werden. Der Toilettenraum ist durch die Schiebetür leicht zugänglich. Wir sehen eine Drehtoilette und ein Duschraum entsteht durch das Drehen der Waschtischwand – eine clevere Lösung, die wir auch bei anderen Marken finden.

Technische Installationen
Im hinteren Teil des Wagens, hinter den Doppeltüren, befindet sich der Wassertank (links) und rechts hinten ist Platz für eine große und eine kleine Gasflasche. Die Truma-Heizung/Boiler ist in der Dinettebank eingebaut, daneben der Frostschutz. Wir sehen auch den Sicherungskasten. Leitungen und Verkabelung sind sauber verlegt. Eine weitere Besonderheit ist die blaue Nachtbeleuchtung, damit man die Toilette leicht finden kann.
Fazit Test Pössl Summit Plus 600
Mit dem Summit Plus führt Pössl einen interessanten Kastenwagen im Einstiegssegment ein. Er „fühlt“ sich bemerkenswert geräumig an, da die Sichtlinien von vorne bis hinten durchgehen. Es gibt ausreichend Stauraum und im innovativen Kleiderschrank können sogar Hemden und ein paar Jacken untergebracht werden. Für einen Campingbus in diesem Segment ist der Summit sehr komplett ausgestattet, bis hin zum serienmäßigen zweiten Airbag für den Beifahrersitz.
Plus & Minus
+ Umfangreiche Serienausstattung
+ Preis
– Kleiderschrank schwer zugänglich
– Nicht als Automatik erhältlich

Fakten & Zahlen
MOTORISIERUNG
Fahrgestell Citroën Jumper mit Light-Chassis
Motor 2.0 Blue HDI
Max. Leistung 120 kW (160 PS) bei 3.750 U/min
Max. Drehmoment 350 Nm bei 1.750 U/min
ABMESSUNGEN
Länge: 599 cm
Breite: 205 cm
Höhe: 258 cm
Stehhöhe: 190 cm
Radstand: 4.035 mm
Maximalgewicht: 3.500 kg
Leergewicht: 2.835 kg
Zuladung: 665 kg
Anzahl Sitz-/Schlafplätze: 4/2
Bett: 196×156/143cm
Preis ab: 55.030 €
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